Innovationen sind in hohem Maße durch komplexe, neuartige, unbestimmte und unter Unsicherheit ablaufende Prozesse bestimmt. Das Management von Innovation richtet sich bisher vor allem darauf, diese Offenheit und Unbestimmtheit in systematisch ablaufende und kontrollierbare Prozesse zu transformieren und Innovationen von den normalen Arbeitsabläufen zu trennen. Im Mittelpunkt dieses Vorhabens stehen demgegenüber Strategien des Managements und Konzepte der Organisations-, Personal- und Kompetenzentwicklung, die Unbestimmtheiten und Offenheit von Innovationen nicht nur zuzulassen, sondern gezielt als Potenzial zur Steigerung der Innovationsfähigkeit zu nutzen und zu fördern.
Um diese Besonderheiten innovativer Arbeit zu erfassen, knüpfen wir an drei Forschungsansätze an: an das Konzept erfahrungsgeleitet-subjektivierenden Handelns, an das Konzept künstlerischen Handelns und an das Konzept spielerischen Handelns. Diese Konzepte richten sich auf Handlungsweisen, bei denen der Umgang mit Unbestimmtheiten und Offenheit kein Störfaktor, sondern substantielles Element der Problemlösung und der Entwicklung von Neuem ist. Das Vorhaben zielt darauf ab, mit einem gezielten Management des Informellen Innovation als integrales Element sämtlicher betrieblicher Abläufe und als Aufgabe für sämtliche Mitarbeiter zu begreifen. Hierbei ist die Schaffung von Gelegenheitsstrukturen für informelles Arbeiten und Kooperieren sowie für eine gegenstands- und handlungsbezogene Kommunikation impliziten Wissens wesentlich. Dafür sind eine erfahrungsbasierte Vertrauenskultur und die Betonung von Prinzipien einfacher Regeln erforderlich.